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Wasserzählerstand Interneterfassung

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aus der Chronik der Gemeinde Kirchberg an der Iller für das Jahr 1949

Zentrale Wasserversorgung in Kirchberg - die Anfänge

 

Auszüge aus der Chronik von BM a.D. Ferdinand Josef Remlinger

 

 

 

Schon seit Jahrzehnten war die Wasserversorgung ein großes Anliegen der Gemeinde Kirchberg.

 

Vor 25 Jahren wurde vom Landratsamt in Biberach eine Wasserversorgung des ganzen Illertales von Erolzheim bis Balzheim geplant, doch leider kam das Projekt infolge mangelnder Einsicht einzelner Gemeinden nicht zur Ausführung. Als dann Erolzheim eine eigene Wasserleitung baute, war das große Projekt endgültig begraben.

 

Nach Beendigung des 2. Weltkrieges wurde die Gemeinde genötigt, den Bau einer Wasserleitung in Angriff zu nehmen. Bürgermeister Werner Ulmer ist es gelungen, noch vor der Währungsreform (20. Juni 1948) einen Teil des zum Bau erforderlichen Materials (Leitungsröhren) zu beschaffen. Trotz der Schwierigkeiten, die die Währungsumstellung von RM zu DM erbrachte, und bei welcher das Geld 1 : 10 abgewertet wurde, ist es gelungen, im Jahre 1949 sämtliche Haushaltungen an die Wasserleitung anzuschließen.

 

Wie bei allen größeren Unternehmen trat auch hier der Fall ein, dass verschiedene gegen den Bau stimmten. Als das Wasser jedoch in sämtlichen Haushaltungen (ca. 200) lief, verstummten auch die Schwätzer. Am 24. Juli 1949 fand die feierliche Einweihung der Wasserleitung statt. Ein feierlicher Gottesdienst eröffnete den Feiertag. Anschließend wurden durch den Ortsgeistlichen, Pfarrer Linus Seckler, der Brunnenschacht und das Pumpenhaus eingeweiht. Sämtliche Vereine, die geladenen Gäste und die Schulkinder marschierten geschlossen dorthin.

 

Auf dem Marktplatz wurde hierauf eine öffentliche Versammlung abgehalten, bei welcher auf einem Podium die verschiedensten Redner den Werdegang des Unternehmens darlegten und dieses fachmännisch beurteilten. Die Behörden beglückwünschten die Gemeinde zum Zustandekommen des großartigen Werkes.

 

Nachmittags war großes Kinderfest und abends Tanz auf einem Podium auf der Wiese des Georg Schaf am Burgweg. Ein heraufziehendes Gewitter beendigte jedoch frühzeitig den Ausklang des Festes. Der Gesamtwasserleitungsbau kommt auf ca. 230.000 DM zu stehen.

1949 wird weiterhin der Ziegelhof mit ¾ Zoll galvanisierten Rohren angeschlossen, trotz Einspruch des Bürgermeisters, der für eine Gussrohrleitung plädierte.

 

Zur weiteren Finanzierung des Wasserleitungsbaues mussten 50.000 DM Darlehen aufgenommen werden.

 

Der Bauer Engelhard Botzenhart überließ für 500 DM die Grundstücksfläche zu Bau der Pumpstation. Graf Toerrin-Jettenbach, Gutenzell, verkaufte den Bauplatz des Hochbehälters (833m²) für 416 DM. Durch die Geldreform war eine ganz neue Situation entstanden. Die Leute hatten nun weniger Geld und BM Ulmer ließ nicht locker, das Unternehmen „Wasserleitung" weiterzuführen. Er mobilisierte die Regierung nicht umsonst. Es gab nochmals einen Zuschuß von 20 %. Die Bürger konnten nun, um die Finanzierung zu sichern, den Wasserzins auf 10 bzw. 5 Jahre vorauszahlen. Anton Haupt führte die Wasserleitungsbaukasse. So wurde mit ganzer Kraft die Durchführung dieses Vorhabens verwirklicht. Eine beachtliche Leistung des BM. Sie hat ihm auch einige seiner Nervenstränge gekostet, wie ich selbst feststellen konnte.

 

Das Richtfest des Hochbehälters kostete ganze 8,80 DM! Bei der Verlegung der Wasserleitungsrohre in der Gutenzeller Straße wurde der Garten des Anton Eisenmann verwüstet. Er erhielt 40 DM Entschädigung. Am 24. Juli 49 wurde dann das Wasserfest abgehalten, das der Gemeinde 454 DM kostete. Das Projekt Wasserversorgung kam auf 230.000 DM zu stehen. Hiervon konnten dank der Tatkraft des Ing. Fassnacht und der Uneigennützigkeit des Maurermeisters Halder, wie es der Chronist schreibt, ca. 60.000 RM vor der Währungsreform verbaut werden.

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